Corbett, William (1670 – 1748): Sonate 2 für zwei Viole da gamba und Bc, eba2106


Corbett, William (1670 – 1748): Sonate 2 für zwei Viole da gamba und Bc, eba2106

Artikel-Nr.: 2106
9,00


G-Dur nach den Sonaten 1-2 aus op. 2. Anonyme Bearbeitung aus der Bibliothek Rostock für 2 Viole da gamba und Basso continuo

Zwei wunderschöne Sonaten, die auch mit drei Gamben ohne Continuo-Instrument gespielt werden können (SSB oder BBB).
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William Corbett wurde um 1670 vermutlich in London geboren, er starb am selben Ort am 7. März 1748. Er war von 1700 bis 1703 Konzertmeister und Komponist am Lincoln's Inn Fields Theatre in London und ab 1705 am Queen's Theatre am Haymarket, wo er kurz darauf zum Leiter des Orchesters ernannt wurde. Von 1711 bis 1713 hielt er sich in Rom auf und reiste während dieser Zeit als Mitglied der "Royal Band of Music" (1716-1747) noch mehrfach nach Italien.

Neben seiner Tätigkeit als Violinvirtuose zeichnete er sich vor allem als Komponist aus. Er komponierte zahlreiche Bühnenwerke und schrieb unter anderem mehrere Bände mit Triosonaten.

In der Universitäts-Bibliothek Rostock liegen zwei Sonaten in der Stimmenabschrift eines anonymen Schreibers unter der Signatur Musica Saec. XVIII. 6637 in der Friedrich Ludwig Sammlung, die auf den Erbprinzen Friedrich Ludwig von Württemberg-Stuttgart (1698-1731) zurückgeht. Die Überschrift im Bassbuch lautet:

Sonata 1.ma Basso. Corbet

Hierbei handelt es sich um die Stimmen-Abschrift und Transposition (Quarte tiefer) für zwei Viole da gamba der ersten beiden Sonaten einer Sammlung, die in zwei Quellen überliefert ist:

 

VIII SONATES
VI de Mr. Corbett à 2 Flutes & une Basse
& II DE MR. FINGER
un à 2 Flutes & une Basse & l'autre
à une Flùte, Hautboy ou Violin & une Basse
Chez Estienne Roger Marchand Libraire
Amsterdam 1701

und

Six sonatas
consisting of Preludes, Allemands, Corants, Sarabands and Jiggs op. 2
London (1705)

 

Zum Vergleich habe ich den Druck "Amsterdam 1701" herangezogen, der sich im Marien-Gymnasium Jever befindet (im folgenden "Jever" genannt). Vom anonymen Bearbeiter sind bei den Schlusskadenzen einige Akkorde hinzugefügt. Der letzte Satz "Gavotta Presto" fehlt in dem Manuskript Rostock, ich habe ihn aus "Jever" hinzugefügt. Eine Bezifferung fehlt in der Basso continuo-Stimme; sie wurde ebenfalls aus dieser Quelle ergänzt.

Der Originalschlüssel der beiden Oberstimmen ist der französische Violinschlüssel mit einigen "Ausflügen" in den Bassschlüssel, womit wie bei vielen Stücken dieser Sammlung wieder einmal die Besetzung unklar ist. Sieht man den französischen Violinschlüssel, sind die Sonaten für Sopran- gamben (der Bassschlüssel ist dann nur die Lesart des nach unten oktavierten franz. Violinschlüssels). Beachtet man dagegen die Bassschlüsselteile und sieht den Violinschlüssel als eine Oktave nach oben transponierten Bassschlüssel an, so sind es Sonaten für 2 Bassgamben.

Für die Besetzung mit Sopraninstrumenten würde die Herkunft der Stücke (ursprünglich für Blockflöten; siehe die Ausgaben (eb 1223-1225)) sprechen, und ebenso die Tatsache, dass bei einer Bassbesetzung in der zweiten Sonate die zweite Stimme an einigen Stellen unter den Bass geht und damit unschöne Quart-Sexteakkorde entstehen.

Damit Sie sich selbst ein Urteil bilden können, sind Einzelstimmen für beide Besetzungen enthalten.

Bei einer Besetzung mit Bassgamben empfiehlt es sich, die jeweils kleingedruckten Noten zu spielen! Um das Lesen für den Continuo-Spieler zu vereinfachen, wurde der oktavierte Violinschlüssel in der Partitur gewählt.

Der Satz der Kompositionen ist so dicht, dass die Sonaten ohne Einbußen auch ohne Continuo-Instrument in einer reinen Gamben-Besetzung (SSB oder BBB) gespielt werden können.

 

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