Schenck, Johann (1660 - nach 1712), Sonaten XI und XV aus „Tyd en Konst-Oeffeningen“, eba2124

Artikel-Nr.: 2124
13,90


Sonaten XI und XV aus „Tyd en Konst-Oeffeningen“
für Viola da gamba und Basso continuo
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Johannes Schenck (1660 – nach 1710) ist „[...] by far the most important Dutch composer for the viola da gamba of that time [...].“ Um 1700 befindet er sich zwar in guter Gesellschaft von Komponisten aus Städten wie Brügge, Brüssel oder Utrecht, die Solowerke für Viola da Gamba schreiben, doch seine Bekanntheit und Finesse erreichen sie nicht.

Johannes Schenck wird am 3. Juni 1660 in der katholischen Mozes en Aaron Kerk im Amsterdam getauft. Seine Eltern stammen aus Deutschland und siedelten vor seiner Geburt in die Handelstadt über. So wächst er mit der holländischen Sprache und Kultur auf. Welche musikalische Ausbildung Johannes Schenck erhält, lassen die Quellen bisher leider im Dunkeln. Noch 1680 lebt Schenck in Amsterdam, als er Geertuyd Hamel van Vianen heiratet. Er ist dort als Musiker tätigt, komponiert und konzertiert, und genießt ein allgemein großes Ansehen bei den Bürgern und Kaufleuten. Viele seiner Werke erscheinen beim ortsansässigen Drucker Estienne Roger und zeigen durch Widmungen an – beispielsweise – den Bürgermeister Nicolaas Witsen, Johannes Schencks Verbundenheit und auch die Förderung, die ihm widerfährt. Vermutlich war es auch sein guter Ruf und seine Berühmtheit als Komponist und Musiker, die ihm 1696 die Anstellung am Hofe der Kurfürsten Johann Wilhelm II. von der Pfalz in Düsseldorf einbringen. Der Kurfürst, verheiratet mit Anna Maria Luisa von Medici, spielt selbst Gambe und so liegt die Vermutung nahe, dass er schon von Schencks Wirken in Amsterdam Kenntnis erhalten hatte. Während seiner Zeit als Gambist am Hofe in Düsseldorf wächst Schencks Korpus an Werken für Viola da Gamba zusehends. Hier arbeitet Schenck in einem Umfeld von internationaler Reputation mit Musikern wie dem Lautenisten Johann Sigismund Weiss oder dem Librettisten Steffani zusammen. Im Jahre 1711 kommt selbst Händel nach Düsseldorf, um den Kastraten Baldassari für seine Oper in London zu gewinnen. Neben Schencks Tätigkeiten als Musiker bekleidete er allerdings auch Ämter bei Hofe. „Im Diarium zur Krönung Karls VI. in Frankfurt am Main am 22. Dezember 1711 wird der ‚Herr Cammer-Rath Schenk’ im Gefolge des Kurfürsten von der Pfalz erwähnt.“ Danach verlieren sich weitere Quellen zu seinem Leben.

 

Neben Kompositionen für Gambe hat Johannes Schenck auch Vokalmusik komponiert. Besonders die Gesänge zur Oper Bacchus, Ceres en Venus, die 1687 veröffentlicht werden, sind hier hervorzuheben, weil sie seine erste erhaltene Komposition darstellen. Tyd en konst-oeffeningen, opus 2, ist Schencks erstes Instru­mentalwerk. Es erscheint 1688 bei Roger und ist ein Sammlung von 15 Suiten für Viola da Gamba und Basso Continuo. Schenck widmet dieses Werk neben Nicolaas Witsen auch Jakob Boreel, einem Amsterdamer Hofoffizier, der vermutlich auch ein Förderer Schencks ist. Drei Jahre später veröffentlich er bei Roger in Amsterdam, wie auch alle folgenden Werke, Il Gardino armonico, op. 3, eine Sammlung von 12 Sonaten für zwei Violinen, Viola da Gamba und Continuo, die lange Zeit als verschollen galt. Vor einigen Jahren war es jedoch einem niederländischen Musikwissenschaftler möglich, diese Sonaten im Zelter-Archiv der Berliner Sing-Akademie wieder aufzufinden, nachdem die Archivbestände aus Kiew zurückkehrten. Es folgen in Johannes Schencks Kompositionsschaffen die Scherzi Musicali, opus 6, gedruckt 1698. Diese 101 Einzelsätze verbinden sich durch gemeinsame Tonart zu 14 Suiten, die Schenck für Viola da Gamba und Basso Continuo ad Libitum schreibt. Es ist das erste Werk, welches er nach Beginn seiner Tätigkeit am Hofe in Düsseldorf herausgibt. Die Scherzi Musicali formieren eines der zentralen Werke der solistischen Gambenliteratur in den Niederlanden. Im Jahre 1702 erscheint Le Nymphe di Rheno, opus 8. Der malerische Titel gibt nicht preis, dass Schenck hier Kompositionen in Suiten- und Sonatenform für zwei Gamben schreibt. Die beiden Stimmen sind als gleichberechtigte Solopartien komponiert. Schencks vermischter Stil, der sich durch vorausgehende Kompositionen gefestigt hat, kommt nun voll zu tragen. Widmungsträger dieser Sammlung ist sein Dienstherr Johann Wilhlem II, auch „Jan Wellem“ genannt.

 

Whatever the motivation, Schenk’s suggested performance by two melodic bass instruments was an innovation in the Netherlands in as much as all earlier Dutch combinations had included at least one soprano instrument.

 

Einen ähnlich malerischen, nun französischen Titel gibt Johannes Schenck auch der Sammlung L’echo du Danube, opus 9, die um 1704 im Druck erscheint. Im Gegensatz zu opus 8, sind diese Stücke größtenteils für Sologambe geschrieben, manche mit Basso Continuo oder auch Basso Continuo ad Libitum. Widmungsträger ist der Baron von Diamantenstein, der Superintendent der Hofmusik und Kommissar der Ländereien um Neuburg an der Donau – in enger Verbindung mit Jan Wellem. Schencks letztes Werk, Les fantaisies bisarres de la goutte, op. 10, gelten leider bis auf den Basso Continuo weiterhin als verschollen.

 

Die Sammlung Tyd en konst-oeffeningen besteht aus 15 Sonaten für Viola da Gamba und Basso continuo in zwei Stimmbüchern. Schenck nennt sie Sonaten, aber bis auf vier sind es Tanzsuiten mit der üblichen Reihenfolge Allemande - Courante - Sarabande - Gigue. Einige werden angeführt von einem Prelude (oder kurzen Stücken in verschiedenen Tempi) und einige Sätze werden ergänzt mit einer Variatio.

 

Die hier veröffentlichten “Sonaten” sind die beiden “spielbarsten” in dieser Sammlung. Zum Teil fordert Schenck in den weiteren Sonaten extreme Schwierigkeiten wie z.B. 32tel Läufe, dreistimmige Fugen (zum Teil in höchster Lage) und schwere Akkordverbindungen

 

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